Kanzingbühne Flaurling
gegründet 2009
Theatergeschichte in Flaurling:
Überall auf der Welt wo es Menschen gibt, wurde immer wieder Theater
gespielt, so ganz sicher auch in der Siedlung „Flurininga“, die heute unser
schönes Dorf Flaurling ist. Aus der Zeit als die Menschen vermehrt mit
schriftlichen Aufzeichnungen begannen, tauchten mystische Sagen und
Spiele auf, in den ländlichen Räumen wurden vorwiegend religionsbe-
zogene Spiele, von Klöstern ausgehend, aufgeführt. Die mittelalterlichen
Nikolausspiele zum Beispiel oder die bis in die heutige Zeit berühmten
Passionsspiele beherrschten den ländlichen Spielplan während es im städti-
schen Raum die ersten Opern und Operetten gab. Es liegt der Schluss nahe,
dass es auch in Flaurling solche Spiele gegeben hat. Da die Aufzeichnungen
dazu in uralten Pfarrbüchern verborgen bleiben, begnügen wir uns mit dem,
was wir sicher über die Theatertradition in Flaurling wissen.
Im Volksboten vom 22. Mai 1930 findet man unter anderem nebenstehen-
den Bericht über ein Theaterstück in Flaurling. Ein verlässlicher Hinweis auf
das Flaurlinger Theaterspiel. Außerdem gibt es noch alte Fotos von Weih-
nachtsspielen und auch Passionsspielen, die wir Ihnen untenstehend zeigen.
Mit Kriegsbeginn verschwinden wieder alle Hinweise auf Spieltätigkeit im Dorf.
Das von Dekan Schwarz erbaute Vereinshaus wurde in den Kriegsjahren als
Wohnstätte für Kriegsgefangene Arbeiter umfunktioniert.
Als 1946 Dekan Schwarz als Dekan seinen Ruhestand antrat (bis dahin war der Sitz des Dekans nämlich in Flaurling, erst ab
1946 wurde Telfs Dekanatssitz) und Pfarrer Wilhelm Hammerle seinen Dienst als Seelsorger in Flaurling begann, kam auch
das Theaterspielen in Flaurling wieder auf. Pfarrer Hammerle war ein eifriger Theaterliebhaber und gründete wenige Wochen
nach seinem Amtsantritt einen Theaterverein, dem auch er als Spieleiter angehörte. Erster Obmann war Alois Hellbert (Kapitler),
Bühnenmeister war Alois Strigl (Schmieds Luisele), Karl Seelos (Sonneler) war Kassier, Eduard Hellbert (Jochls Edi) war für
die musikalische Leitung verantwortlich und Hans Müller (Knecht beim Wirt) organisiert seine Schuhplattler und andere musi-
kalische Einlagen. Als erstes Stück wurde im September 1946 Reimichls „s`Trauringl“ mit viel Begeisterung und Einsatz aller
Beteiligten vier mal aufgeführt.
7 Jahre ging nun ein überaus bewegtes Theaterleben in Flaurling über die Bühne, auch Klassiker wie „Die Räuber vom
Glockenhof“ wurden gespielt. Die Bühnenausstattung im Vereinshaus wurde immer wieder erneuert und auf den technisch
letzten Stand gebracht. Kulissen wurden angefertigt, es herrschte sehr reger Theaterbetrieb. Als Kulissenmaler, Techniker,
Schlosser, hervorragender Schauspieler und Musikant tat sich besonders der Tausendsassa Olaf Hesse hervor. Zu dieser
Zeit standen ungefähr 25 aktive Spieler zur Verfügung. Als im Jahre 1952 der kranke Pfarrer seine Tätigkeit in der Theater-
gruppe aufgab und im Frühjahr 1953 starb, starb auch das Theaterleben in Flaurling.
Und so blieb es auch, bis sich Engelbert Kaneider nach der Gründung des Kulturvereines Flaurling ein Herz nahm und den
Theatergeist in Flaurling wieder zum Leben erweckte. Als erstes holte er mit drei weiteren Männern die sehr verstaubten
„Kulissenleichen“ vom Dachboden des inzwischen baufällig gewordenen Vereinshauses, entstaubte diese mit Hilfe eines
Kompressors hauchte damit diesen 60 Jahre alten Zeitzeugen wieder ein bisschen Leben ein. Im November 2009 starteten
dann die ersten Vorbereitungen für ein neues Theaterleben in Flaurling, es wurde eine Sektion „Kanzingbühne“ des Kultur-
vereines Flaurling gegründet, die Mitgliedschaft zum Tiroler Theaterverband erworben und das erste Theaterstück ausge-
sucht. Die Wahl fiel mit Hilde Eppensteiner und ihrem Stück „Oh Schreck, die Tant“ auf ein Stück einer Tiroler Autorin. Die
Proben dazu begannen im April 2010.Wenig später entschloss man sich, im Einverständnis mit dem Kulturverein Flaurling,
aus der Sektion des Kulturvereines einen eigenen Verein zu machen.
Im August 2010 wurde dann der Verein „Kanzingbühne Flaurling“ offiziell gegründet. Quelle Chronik Flaurling
Aus dem Volksboten v. 1930
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